WERKE
NEUE WERKE
Innere Zustände
Augen
In Augen verdichtet Bernd Terwey das Motiv des Blicks zu einem zentralen Element des Geflechts, das seine Malerei durchzieht. Die Augen treten dem Betrachter unmittelbar entgegen und werden zum Knotenpunkt zwischen Wahrnehmung, Projektion und innerer Bewegung.
Das Gesicht löst sich in ein vielschichtiges Netz aus Farbe, Linie und Überlagerung auf.
Leuchtende Blau-, Grün- und Rottöne erzeugen eine vibrierende Bildfläche, in der feste Konturen verschwimmen.
Der Blick bleibt als einziger stabiler Bezug bestehen – zugleich fixierend und fragil. Sehen und Gesehen-Werden geraten in ein spannungsvolles Wechselverhältnis.Im Kontext von Im Geflecht der Bilder steht Augen für den Moment der Konfrontation: für Präsenz, Aufmerksamkeit und die fragile Grenze zwischen innerer Erfahrung und äußerem Bild.
Das Werk ist weniger Porträt als Verdichtung – ein Sinnbild des Sehens selbst.
Bernd Terweys Serie „Innere Zustände“ versammelt Porträts, die weniger das Äußere einer Person zeigen als ihre psychische Resonanz.
Zwischen Abstraktion und Figuration entsteht ein Spannungsfeld, in dem Wahrnehmung, Erinnerung und Empfindung ineinander übergehen.
Terweys Malweise – prismatisch, transparent, vielschichtig – macht das Unsichtbare sichtbar:
das Denken in Farbe.
„Identität ist kein Entweder-oder.
In jedem Gesicht überlagern sich Geschichten, Sprachen, Erinnerungen – Farbe wird zum Raum, in dem sich das alles begegnet.“ – Bernd Terwey

DIE BEFREEIUNG
DER FORM
Ein Werk im Fluss
Als Gesamtwerk betrachtet zeigt Bernd Terwey eine Entwicklung, die konsequent auf die Befreiung der Form abzielt – nicht im Sinne der Auflösung, sondern der Intensivierung.
Jedes Bild scheint Teil eines größeren Forschungsprozesses, in dem Wahrnehmung, Emotion und Konstruktion miteinander ringen.
In dieser Spannung entfaltet sich ein Œuvre, das sowohl ästhetisch präzise als auch existenziell aufgeladen ist.
Terweys Malerei ist visuelle Forschung:
ein Versuch, die Kräfte sichtbar zu machen,
die unsere Welt – und uns selbst – in Bewegung halten.
Asyl
Bernd Terwey verdichtet in diesem Werk zwei Figuren zu einer komplexen, vielschichtigen Einheit. Geometrische Fragmente, grafische Muster und kräftige Farbfelder greifen ineinander und erzeugen eine Struktur, die an kubistische Mehransichtigkeit ebenso erinnert wie an urbane Graffiti. Die übergroßen Augen fungieren als Zentren gesteigerter Wahrnehmung und spiegeln innere Spannung sowie soziale Überforderung.
Trotz der Fragmentierung bleibt die Figurengruppe eng verbunden: ein Bild für Zusammenhalt in einer von Reizen und Rollen geprägten Welt. Terweys charakteristischer Stil – zwischen Figuration und Abstraktion, Ordnung und Chaos – zeigt sich hier auf besonders prägnante Weise und verweist auf die fortlaufende Weiterentwicklung seines bildnerischen Vokabulars.

FRÜHERE WERKE
VISUELLE ERZÄHLUNGEN
Bildräume zwischen Energie, Wahrnehmung und Konstruktion
Das malerische Werk von Bernd Terwey steht in einer eigenständigen Tradition, die Elemente der konstruktiven Abstraktion, der Op-Art und der zeitgenössischen Figuration miteinander verbindet.
Seine Gemälde entstehen aus einer intensiven Auseinandersetzung mit Form und Wahrnehmung: Linien, Flächen, Rhythmen und Kontraste werden zu Mitteln, um Energie sichtbar zu machen – nicht als illustratives Motiv, sondern als innere Kraft des Bildes selbst.
Visuelle Erzählungen ohne eindeutige Lösungen
Terweys Werke öffnen Räume des Sehens, die sich jeder schnellen Interpretation entziehen. Sie reagieren auf die Beschleunigung der Gegenwart, auf das Nebeneinander von Realität und Abstraktion, von Körper und Konstruktion.
Die Bilder stellen Fragen, ohne sie zu beantworten:
Wie formt die Welt den Menschen?
Wie formen wir die Welt zurück?
Wie lässt sich Bewegung festhalten?
Was bleibt, wenn Form sich auflöst?
MUSIKER- HIER TANZT DER STILLSTAND
2025
Musiker
Im leuchtenden Gelb dieses Bildes scheint der Raum selbst zu klingen.
Drei Figuren stehen darin, konstruiert aus Rohren, Schrauben, Spiralen und vibrierenden Farbflächen – Wesen, die zugleich an Automaten, Instrumente und Fantasiegebilde erinnern. Sie sind nicht Musiker im herkömmlichen Sinn, sondern Verkörperungen des Klangs selbst, Organismen einer maschinischen Musik.
Bernd Terwey komponiert hier eine Szene, in der sich Mechanik und Poesie berühren. Die Formen verschmelzen, winden sich ineinander, atmen und pulsieren im Rhythmus der Farbe. Blau antwortet auf Orange, Rot flirrt durch Gelb, und in der Mitte trägt ein hybrides Wesen ein Saiteninstrument, das so fragil wie triumphierend in den Raum hineinspielt.
Die Maschine wird hier zum Träger des Lebendigen, der Mensch zum Echo des Technischen. Terwey verwandelt die Idee von Musik in eine visuelle Symphonie: eine Partitur aus Farbe, Bewegung und Energie. Musiker ist kein Porträt, sondern eine Feier der Schwingung – eine Ode an das Zusammenspiel von Ordnung und Improvisation, Konstruktion und Freiheit.
In dieser Welt, in der alles singt, scheint selbst der Stillstand zu tanzen.

ZWISCHEN ERDE UND
IMAGINATION
IM GEFLECHT DER BILDER
Zwischen Netz und Ikone, Ordnung und Auflösung entfalten die Gemälde von Bernd Terwey Bildräume verdichteter Gegenwart.
Figuren erscheinen nicht als Porträts, sondern als Projektionsflächen innerer und äußerer Kräfte.
Farbe, Struktur und Symbolik formen Sinnbilder einer Identität im Spannungsfeld von Sichtbarkeit, Macht und Verletzlichkeit.























